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Risikofaktoren im Baby- und Kleinkindalter

Risikofaktoren im Baby- und Kleinkindalter

Es gibt eine Reihe von Faktoren im Baby- und Kleinkindalter, die zu einem späteren Lebenszeitpunkt zu Lungenproblemen führen können. Dazu gehören Nicht-Stillen, Gewichtszunahme, die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft, Komplikationen bei der Geburt sowie die Innen- und Außenluftqualität. 

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ERS Dieses Material ist die Zusammenfassung des europäischen Lungenweißbuchs, das online einsehbar ist

  • was ist das?

    Probleme bei der Entwicklung der Lunge im Mutterleib   

    Es kommt vor, dass sich die Lunge von Babys im Mutterleib nicht richtig entwickelt. Wenn die Lunge nicht ausreichend wächst, ist die Überlebenschance des Babys nach der Geburt gering. Beeinträchtigtes Lungenwachstum wird mit 15-20% aller Todesfälle bei Neugeborenen assoziiert. Dafür gibt es eine Reihe von Ursachen:

    • Platzmangel in der Gebärmutter
    • Genetische Probleme
    • Nährstoffmangel

    Vitamin A ist für das richtige Wachstum der Lunge unerlässlich. Bei Müttern mit Vitamin A-Mangel ist das Risiko höher, dass sich die Lunge des Babys nicht richtig entwickelt.

    Wenn Ärzte bereits während der Schwangerschaft ein beeinträchtigtes Lungenwachstum feststellen, können sie verschiedene Maßnahmen umsetzen, um das Wachstum zu fördern. Zu diesen Maßnahmen gehören:

    • Amnioinfusion  

    Bei diesem Verfahren wird Fruchtwasser in den Bauch der Mutter injiziert, um den Raum, der das Baby umgibt, aufzufüllen. So wird zusätzliches Fruchtwasser bereitgestellt, wenn die Mutter über zu wenig Fruchtwasser verfügt. Ein Mangel an Fruchtwasser kann dazu führen, dass sich die Lungen des Babys nicht ausreichend entwickeln. Obwohl durch dieses Verfahren das Wachstum des Babys auf dem Ultraschall besser verfolgt werden kann, gibt es keine Anzeichen dafür, dass es das Lungenwachstum fördert. 

    • Pleuro-amniotisches Shunting 

    Bei diesem Verfahren wird eine Sonde in den Brustkorb des Babys eingeführt, um abnormale Flüssigkeitsansammlungen zu entfernen, die das Lungenwachstum beeinträchtigen könnten. Normalerweise wird dieses Verfahren zu spät in der Schwangerschaft durchgeführt, als dass es einen günstigen Einfluss auf ein beeinträchtigtes Lungenwachstum haben könnte. 

    • Einführung eines Ballons in die Luftröhre

    Wenn sich der Brustkorb des Babys nicht richtig entwickelt hat, kann versucht werden, dies mittels einer Operation im Mutterleib zu korrigieren. Eine vielversprechendere Option ist aber das Einführen eines winzigen aufblasbaren Ballons in die Luftröhre, welcher das Austreten von Flüssigkeit aus der Lunge verhindert. 

    Niedriges Geburtsgewicht

    Lungenprobleme sind bei Babys mit einem unterdurchschnittlich niedrigen Geburtsgewicht wahrscheinlicher:

    • Lungeninfektionen
    • Atemgeräusche
    • Beeinträchtige Lungenfunktion

    Frühgeburten

    Babys, die zu früh bzw. vor der 36. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, sind einem höheren Risiko von langfristigen Lungenproblemen ausgesetzt. Zu den Risikofaktoren bei Frühgeburten zählen Infektionen der Mutter sowie das Alter der Mutter (unter 17 bzw. über 35). 

    Die häufigste Lungenerkrankung von Frühgeburten ist die bronchopulmonale Dysplasie (BPD), die eintritt, wenn ein Baby länger als 28 Tage mit Sauerstoff versorgt werden muss.  Sie führt zu Fieber und vergrößerten Lungenbläschen sowie einer reduzierten Anzahl von Arterien, was die Atmung erschwert. 

    BPD geht mit raschem Atmen, Kurzatmigkeit, Luftschnappen und Husten zur vermehrten Sauerstoffaufnahme einher. BPD kann eine kurzfristige Erkrankung sein. Allerdings dauern die Symptome bei manchen Kindern bis ins Erwachsenenalter an, wodurch sich das Risiko einer chronischen Lungenerkrankung wie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) erhöht.

    Passivrauchen

    Passivrauchen stellt ein Risiko für Babys sowohl im Mutterleib als auch nach der Geburt dar. Schätzungen zufolge ist das Rauchen der Eltern für 20% aller Asthmaerkrankungen verantwortlich. Bronchiolitis tritt ebenfalls öfter bei Babys auf, deren Mütter rauchen. Wenn die Mutter während der Schwangerschaft raucht, ist ihr Baby einem höheren Risiko von Frühgeburt und niedrigem Geburtsgewicht ausgesetzt. 

    Wenn das Baby auf der Welt ist, kann Passivrauchen das Risiko von Lungenproblem erhöhen. Dazu gehören Asthma, Bronchitis und Lungenentzündung im Kindesalter. Studien haben gezeigt, dass rauchende Mütter das Risiko von Lungenerkrankungen bei Kindern unter 2 Jahren um 72% erhöhen.

    Lungeninfektionen 

    Eine Lungeninfektion im Babyalter kann das Risiko von Lungenproblemen zu einem späteren Lebenszeitpunkt erhöhen.  Die häufigste Lungeninfektion im Babyalter ist das respiratorische syncytiale Virus (RSV). Bei den meisten Babys tritt vor ihrem 2. Geburtstag eine RSV-Infektion auf. In den meisten Fällen ähneln die Symptome  denen einer gewöhnlichen Erkältung. 

    Bei manchen Babys tritt eine schwerwiegende Form der Infektion auf, die mit hartnäckigem Husten und keuchendem Atem, hohem Fieber und plötzlichem Luftschnappen einhergeht und die Krankenhausbetreuung erfordert. Dies kann zu Problemen später im Leben führen, wie Asthma und Pfeifatem. 30-50% aller Kinder, bei denen pfeifende Atemgeräusche als Folge einer Infektion im Babyalter auftreten, leiden später an Asthma.

    Andere Lungeninfektionen, die zu langfristigen Lungenproblemen führen können, sind das Adenovirus, das humane Metapneumovirus oder das Rhinovirus. 

    Bronchitis mit Keuchatmung 

    Babys, die an Bronchitis mit Keuchatmung erkranken, sind einem höheren Risiko einer rapide abnehmenden Lungenfunktion ab 50 ausgesetzt. Dies kann bedeuten, dass sie anfälliger für chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sind.  

  • Belastung

    • Beeinträchtigtes Lungenwachstum wird mit 15-20% aller Todesfälle bei Neugeborenen assoziiert
    • Das Rauchen der Eltern wird für bis zu 20% aller Asthmaerkrankungen im Kindesalter verantwortlich gemacht
    • 20% aller Babys, deren Mütter in der Schwangerschaft geraucht haben, werden in den ersten 5 Lebensjahren mit Bronchitis im Krankenhaus aufgenommen, verglichen mit 15% bei Babys, dere Mütter nicht rauchten
    • Wesentlich mehr Kinder, die an RSV erkranken, legen bis zum 5. Lebensjahr keuchende Atemgeräusche an den Tag, im Vergleich mit Kindern, die nicht an einer schwerwiegenden Form der Infektion erkrankten
    • Die Lungengesundheit der Großeltern hat eine genetische Auswirkung auf die Lungengesundheit der Enkelkinder, unabhängig davon, ob sie Raucher waren oder nicht
  • Gegenwärtige und zukünftige Erfordernisse

    • Frauen müssen vermehrt über die Risiken des Rauchens während der Schwangerschaft informiert werden
    • Neue Verfahren werden benötigt, um Babys zu helfen, deren Lunge sich im Mutterleib nicht richtig entwickelt
    • Eltern müssen vermehrt über die schädlichen Auswirkungen aufgeklärt werden, die Rauchen auf Babys hat
    • Schwangere Frauen müssen auf Infektionen, Rauchgewohnheiten sowie in Bezug auf ihr Alter überwacht werden, um das Risiko von Frühgeburten und den damit assoziierten Problemen zu senken
    • Faktoren, die zu einer schwerwiegenden RSV-Infektion führen können, sind zu reduzieren, darunter Rauchen der Mutter und Frühgeburt
    • Wirksame Prophylaxen sind vonnöten, um Schutz vor Lungenviren und Infektionen zu bieten, insbesondere vor dem Rhinovirus
    • Die Versorgung von Frühgeburten muss verbessert werden
    • Mit dem Anstieg der Überlebensrate von Frühgeburten steigt auch die Inzidenz von Babys, die zusätzliche Behandlungen brauchen. Der Verbesserung der medizinischen Betreuung von Frühgeburten ist verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen