Sprachauswahl öffnenOpen language selection Deutsch Menü Suche
Spenden

Passivrauchen

Passivrauchen

Passivrauchen wird auch als Rauch aus zweiter Hand oder Rauch in der Umgebungsluft bezeichnet. Davon ist die Rede, wenn eine Person die giftigen Rauchgase einatmet, die nach dem Rauchen einer Zigarette in der Luft oder an Objekten in der Umgebung verbleiben.  Passivrauchen bezeichnet auch die Tabakrauchbelastung von ungeborenen Kindern, wenn die Mutter raucht.  

Passivrauchen PDF Laden Sie unsere Infographik herunter, diese gibt Ihnen wichtige Informationen über Passivrauchen

ERS Dieses Material ist die Zusammenfassung des europäischen Lungenweißbuchs, das online einsehbar ist

  • was ist das?

    Man unterscheidet zwischen drei Arten von Passivrauch:

    • Hauptstromrauch: wird vom Raucher ein- und ausgeatmet
    • Nebenstromrauch: Rauch einer abgelegten Zigarette bzw. der ausgeatmete Hauptstromrauch 
    • Indirekter Passivrauch: Rauch, der sich in Kleidung oder Haaren festsetzt 
  • Welche schädlichen Auswirkungen gibt es?

    Passivrauch wird von der Weltgesundheitsorganisation als krebsfördernd eingestuft und es gibt keine sicheren Grenzwerte für eine Passivrauchbelastung. Passivrauch kann zu frühzeitigem Tod, Erkrankungen und Behinderungen bei Erwachsenen und Kinder führen.

    Bei Erwachsenen: Es ist belegt, dass Passivrauch Lungenkrebs, Husten, Atembeschwerden und anderer Erkrankungen wie koronare Herzerkrankungen verursacht. 

    Bei Kindern: Passivrauch kann den Schweregrad von Asthmasymptomen verschlimmern und neue Asthmaerkrankungen verursachen. Des Weiteren kann Passivrauchen zu Husten, pfeifenden Atemgeräuschen und anderen Krankheiten führen, darunter auch Mittelohrprobleme.

    Während des Verbrennens/Rauchens von Tabak entstehen mehr als 4.000 Chemikalien. 250 der in Passivrauch enthaltenen Chemikalien werden als toxisch bzw. krebsfördernd eingestuft.

    Die Gefahren des Passivrauchen

    Auszug aus dem US Surgeon General’s Report “How Tobacco Smoke Causes Disease”, 2010.

  • Belastung

    • Es gibt keine sicheren Grenzwerte für eine Passivrauchbelastung
    • Im Jahr 2002 wurden in der EU fast 80.000 Todesfälle bei Erwachsenen von Passivrauch ausgelöst. 
    • Mehr als 20.000 Fälle von Lungeninfektionen im UK sind auf Passivrauchen zurückzuführen.
    • Passivrauch verursacht jährlich 120.000 Fälle von Mittelohrerkrankungen im UK
    • Mehr als 22.000 Fälle von pfeifender Atmung werden jährlich im UK mit Passivrauchen in Verbindung gebracht
    • Mehr als 3.000 durch Lungenkrebs verursachte Todesfälle bei Patienten, die niemals geraucht haben, werden in den USA jährlich mit Passivrauchen in Verbindung gebracht
    • Mehr als 600.00 Nichtraucher sterben jährlich weltweit als Folge einer Passivrauchbelastung
    • 10,9 Millionen behinderungsbereinigte Lebensjahre (DALYs) gehen jährlich durch von Passivrauch hervorgerufene Erkrankungen verloren
    • Passivrauchen kann zu Husten, pfeifenden Atemgeräuschen und anderen Krankheiten führen, darunter auch Mittelohrprobleme bei Kindern
  • Gegenwärtige und zukünftige Erfordernisse

    Die Weltgesundheitsorganisation und die Europäische Union haben verkündet, dass jeder Mensch das Recht auf Schutz vor Passivrauch hat.  

    Die beste Methode, um eine Belastung zu vermeiden, ist die Einführung neuer Gesetze zur Sicherstellung eines rauchfreien Umfelds. Studien haben gezeigt, dass Rauchverbote zu einem Rückgang der Lungensymptome und Herzinfarkte sowie verbesserten Lungenfunktionstests führen. 

    Viele Länder haben mittlerweile ein Rauchverbot für öffentliche Plätze eingeführt und manche Länder erwägen weitere gesetzliche Maßnahmen zum Schutz vor Kindern in Privatautos oder Spielplätzen. 

    Ungeborene Kinder können ebenfalls durch das Rauchen der Mutter belastet werden. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass Raucherentwöhnungsprogramme auch auf schwangere Frauen abzielen und ihnen offen stehen. 

    Handlungsbedarf besteht des Weiteren in folgenden Bereichen: 

    • Raucher sind von Nichtrauchern zu trennen
    • Innenräume sind mit sauberer Luft zu versorgen und gut zu belüften
    • Gesetzliche Maßnahmen für den Schutz von Kindern und schwangeren Frauen sind erforderlich