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Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine langfristige Erkrankung, die zu Entzündungen in der Lunge, Schädigungen des Lungengewebes und einer Verengung der Bronchien führt, welche die Atmung erschweren. 

Obwohl viele verschiedene Ausprägungen dieser Erkrankung existieren, ist nur wenig darüber bekannt, welche Faktoren diese Variationen begünstigen und wie sich die unterschiedlichen Ausprägungen der Erkrankung am besten behandeln lassen. 

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ERS Dieses Material ist die Zusammenfassung des europäischen Lungenweißbuchs, das online einsehbar ist

  • Symptome

    Die Symptome der COPD sind Atemnot und chronischer Husten, mit oder ohne Auswurf. Müdigkeit, Anorexie und Gewichtsverlust können im Laufe der Zeit ebenfalls auftreten.  Zu den Hauptmerkmalen der Erkrankung zählen so genannte Exazerbationen. Darunter versteht man Perioden, in denen sich die Symptome verschlimmern. Diese können durch Infektionen oder hohe Schadstoffbelastung ausgelöst werden. Die Symptome der COPD verschlimmern sich mit der Zeit und Exazerbationen können diesen Verfall begünstigen. 

    Personen mit COPD leiden häufig auch an anderen Erkrankungen, so genannten Komorbididäten. Diese Erkrankungen sind häufig auf dieselben Risikofaktoren zurückzuführen (z.B. Rauchen) und tragen oft zu einer Verschlimmerung des Krankheitsbildes bei.

    Die häufigsten Erkrankungen, die mit COPD auftreten, sind Herzerkrankungen, Angstzustände und Depressionen, Osteoporose, gastro-oesophage Refluxbeschwerden, Funktionsstörungen der Muskulatur bzw. des Knochenapparats, Anämie, Lungenkrebs, Diabetes und das metabolische Syndrom. 

  • Ursachen

    COPD wird von Faktoren verursacht, die Entzündungen in der Lunge hervorrufen. Dazu gehören:

    Tabakrauch

    Dieser ist der größte Risikofaktor von COPD. Etwa 40-50% aller lebenslangen Raucher wird an COPD erkranken, verglichen mit 10% aller Nichtraucher.   Nicht alle Raucher erkranken an COPD, was darauf schließen lässt, dass auch genetische Faktoren dabei eine Rolle spielen, ob die Krankheit auftritt oder nicht. 

    Berufsbedingte Exposition

    Etwa 15-20% aller Fälle von COPD werden mit berufsbedingter Belastung durch Staub, Chemikalien, Dämpfen oder anderen luftgetragenen Schadstoffen assoziiert, die COPD auslösen können. Erfahren Sie mehr über berufsbedingte Risikofaktoren.

    Außen- und Innenluftverschmutzung

    Bei Personen, die an COPD leiden, besteht das hohe Risiko, dass sich ihre Symptome durch starke Außenluftverschmutzung verschlimmern. Auch Innenluftverschmutzung durch den Einsatz von Biomassebrennstoffen zum Kochen und Heizen ist ein Risikofaktor für das Auftreten von COPD. Erfahren Sie mehr über Außenluft- und Innenluftverschmutzung.

    Sozioökonomischer Status

    Studien haben gezeigt, dass das Risiko einer COPD-Erkrankung mit niedrigem Bildungsstand und Einkommensniveau assoziiert wird. Experten sind der Ansicht, dass dies auf Faktoren wie Ernährung, überbelegte Wohnunterkünfte und Luftverschmutzung zurückzuführen ist. 

    Kindheit und Umweltfaktoren

    Lungeninfektionen in der Kindheit und rauchende Mütter sind bedeutende Risikofaktoren für COPD. (Link zum Abschnitt Kindheit).

    Genetische Faktoren 

    Die genetische Struktur einer Person kann unter Umständen das Auftreten von COPD begünstigen. Das am besten erforschte genetische Problem, das mit COPD-Erkrankungen einhergeht, ist der so genannte Alpha-1 Antitrypsin-Mangel, bei dem ein Protein namens Alpha-1 Antitrypsin nicht in ausreichenden Mengen vorhanden ist.   (Link zum Kapitel Alpha-1).

  • Vorbeugung

    Die Identifizierung der Risikofaktoren sowie ihre Vermeidung ist der wichtigste Schritt in der Vorbeugung dieser Erkrankung. Dazu gehören:

    • Raucher zu ermutigen, mit dem Rauchen aufzuhören
    • Vermeidung der Belastung durch Passivrauchen für ungeborene Babys und Kleinkinder
    • Vermeidung der Belastung durch Innenluftverschmutzung aufgrund von Biomassebrennstoffen in Entwicklungsländern 
    • Verhinderung von COPD-Exazerbationen

     

  • Diagnose und Behandlung

    COPD wird mittels Spirometrietest diagnostiziert. Bei diesem Test atmet der Patient in ein Gerät, das als Spirometer bezeichnet wird und die Menge der Luft in der Lunge misst sowie feststellt, wie rasch eine Person ausatmen kann. Wenn der Test zeigt, dass die Person nur eine geringe Menge an Luft ausatmet, kann dies eine Verengung der Bronchien und ein frühes Stadium von COPD andeuten.

    Es gibt keine konkrete Heilung für COPD, aber die Erkrankung kann behandelt werden, um die Auswirkungen der Symptome auf den Alltag der Patienten so gering wie möglich zu halten. Zur Behandlung von COPD gehören folgende Maßnahmen:

    • Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen und Luftverschmutzung
    • Verbesserung der Fähigkeit zur körperlichen Betätigung, um Symptome zu lindern
    • Medizinische Behandlung mit Bronchodilatoren, um Exazerbationen zu vermeiden
    • Sauerstoffbehandlung, um Atemnot zu lindern

    COPD-Patienten können auch an spezielle Trainingsprogramme überwiesen werden, die als Lungenrehabilitationsprogramme bezeichnet werden. Diese konzentrieren sich darauf, die Fähigkeit der Patienten zur körperlichen Betätigung zu verbessern und Informationen bereitzustellen, die Patienten helfen, ihre Erkrankung zu meistern. 

  • Belastung

    COPD stellt weltweit eine massive Belastung für den Einzelnen, für die Gesellschaft und für Gesundheitssysteme dar.  Dies ist teilweise auf die kontinuierliche Belastung durch Risikofaktoren zurückzuführen, z.B. Rauchen und Luftverschmutzung, aber auch auf die alternde Bevölkerung. Bei Personen, die länger leben, ist die Wahrscheinlichkeit höher, langfristigen COPD-Risikofaktoren ausgesetzt zu sein. 

    • In Ländern mit höherer Raucherrate ist die Sterblichkeit aufgrund von COPD höher
    • In Europa sind jährlich 300.000 Todesfälle auf COPD zurückzuführen - dies entspricht 3 Bomben von Hiroshima
    • Im Jahr 1997 war COPD die Todesursache bei 4,1% aller Männer und 2,4% aller Frauen
    • Die durchschnittliche Anzahl der Krankenhausaufnahmen aufgrund von COPD liegt bei etwa 300 per 100.000 Personen pro Jahr
    • In der erwachsenen Bevölkerung über 40 liegt bei 5-10% mittelschwere und schwere COPD vor. Werden auch milde Ausprägungen eingerechnet, liegt die Prävalenz bei 15-20%
    • COPD kommt häufiger bei Männern vor als bei Frauen
    • Die Prävalenz von COPD steigt mit zunehmendem Alter an: Bei Personen über 70 liegt die Prävalenz von mittelschwerer und schwerer COPD  bei ca. 20% bei Männern und 15% bei Frauen

    Sterberate für COPD. World Health Organization World and Europe Detailed Mortality Databases, aktualisiert im November 2011. Für einige Länder sind keine Daten verfügbar, weil die Sterbedaten für Asthma und COPD nicht separat gemeldet werden

     

     

  • Gegenwärtige und zukünftige Erfordernisse

    Es besteht gewaltiger Nachholbedarf bei der Betreuung von Personen, die an COPD leiden. Um dies zu erreichen, empfehlen Experten, Verbesserungen in folgenden Bereichen vorzunehmen:

    • Vermehrte Studien zur aktuellen Prävention, Information, Medikation, Behandlung und Pflege zur Anhebung von Standards in ganz Europa
    • Vermehrte Forschungsaktivitäten zu aktuellen Bewältigungsstrategien für die Erkrankung
    • Neue Therapien, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen
    • Effektivere Strategien zur Raucherentwöhnung
    • Bewusstseinsbildung auf Regierungsebene sowie bei Industrie und Öffentlichkeit in Bezug auf die hohe Belastung durch COPD in Europa
    • Vermehrte Forschungsaktivitäten in Bezug auf die unterschiedlichen Ausprägungen von COPD und ihre wirtschaftliche Belastung der Gesellschaften Europas
    • Es besteht ein Mangel an verlässlichen Daten zu COPD - Mitgliedsstaaten müssen ihre Berichterstattung verbessern