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Bronchiektasie

Bronchiektasie

Unter Bronchiektasie versteht man die Erweiterung ("Ektase") der Bronchien. Diese produzieren normalerweise eine geringe Menge an Sekret (Auswurf bzw. Schleim), mit dem Bakterien davon abgehalten werden, in die Lunge einzudringen. Dieses Sekret wird in weiterer Folge von winzigen Härchen, die sich an den Zellen der Bronchialwände befinden und die als "Zilien" bezeichnet werden, in den Rachen weitergeleitet, um Infektionen zu vermeiden. 

Die stellenweise Erweiterung der Bronchien ist auf durch Infektionen hervorgerufene Schäden zurückzuführen. Diese Erweiterungen verhindern das Abfließen des Sekrets, was das Risiko von weiteren Infektionen und Entzündungen erhöht. Die Erkrankung führt auch zur Verdickung bzw. Verengung der kleineren Bronchien, was Atemnot verursacht. 

 

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ERS Dieses Material ist die Zusammenfassung des europäischen Lungenweißbuchs, das online einsehbar ist

  • Symptome

    Bei Patienten mit Bronchiektasie treten höchstwahrscheinlich eines oder mehrere der folgenden Symptome auf:

    • Chronischer Husten
    • Große Mengen an Auswurf, oft mit gelblicher Färbung 
    • Atemnot 
    • Wiederholte Infektionen der Bronchien und Lungen, begleitet von den üblichen Symptomen einer Infektionen, d.h. Fieber und Müdigkeit

     

  • Ursachen

    Verschiedene Erkrankungen können Bronchiektasie verursachen. Bei manchen Personen bleibt die Ursache der Erkrankung ungeklärt. 

    Bei Personen mit genetisch bedingten Grunderkrankungen wie Zystischer Fibrose (Mukoviszidose) oder abnormalen Zilien (z.B. Primäre Ziliendyskinesie, PCD) besteht aufgrund des von ihnen produzierten Auswurfs bzw. der Art und Weise, wie die Zilien in ihren Bronchien funktionieren, ein erhöhtes Risiko einer Bronchiektasie

    Bei Personen, die unter Problemen mit ihrem Immunsystem leiden, tritt die Erkrankung ebenfalls häufig auf, da ihr Immunsystem Infektionen nicht abwehren kann. 

    Bronchiektasie kann auch bei Personen mit COPD, schwerem Asthma oder interstitieller Lungenerkrankung auftreten und den Patientenzustand zusätzlich belasten.   

  • Vorbeugung

    Eine frühe Diagnose kann helfen, Symptome zu kontrollieren und das Fortschreiten der Erkrankung einzudämmen.  Impfungen im Kindesalter gegen Keuchhusten und Masern können ebenfalls vor Bronchiektasie schützen. Regelmäßige Grippeimpfungen werden empfohlen, um die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen durch bakterielle Infektionen zu verringern. 

  • Diagnose und Behandlung

    Bronchiektasie wird normalerweise mittels Computertomographie diagnostiziert, mit der die erweiterten Bronchien besser zu sehen sind als auf einem Bruströntgenbild. Die Erkrankung wird folgendermaßen behandelt:

    • Physiotherapie zur Reinigung der Bronchien und um das Abhusten des Lungensekrets aus zu erleichtern 
    • Bekämpfung der bronchialen Verengung mit inhalativen B2-Agonisten 
    • Regelmäßige Behandlung mit Makroliden (eine Klasse von Antibiotika, die entzündungshemmende Eigenschaften besitzt) 
    • Behandlung von Exazerbationen mit Antibiotika
  • Belastung

    • Die Anzahl der von Bronchiektasie verursachten Todesfälle ist im Steigen begriffen
    • Die Pflegekosten für eine Episode im Krankenhaus werden auf €5.900 geschätzt
    • 50% aller Patienten mit Bronchiektasie haben eine Grunderkrankung, z.B. zystische Fibrose oder eine Immunschwäche, die das Risiko der Erkrankung erhöht
    • Verglichen mit europäischen Kindern ist Bronchiektasie besonders bei Personen häufig, die von den Pazifikinseln abstammen

    Anzahl der Krankenhausaufnahmen aufgrund von Bronchioektase. Daten aus der World Health Organization Hospital Morbidity Database, aktualisiert im Oktober 2011, sowie von Eurostat, aktualisiert im März 2012. Für die folgenden Länder sind keine Daten verfügbar, da Bronchioektase in Kombination mit COPD gemeldet wird: Deutschland, Frankreich, Ungarn, Irland, Mazedonien, Niederlande, Rumänien, Schweden und Türkei

  • Gegenwärtige und zukünftige Erfordernisse

    • Bronchioektase, die nicht durch zystische Fibrose (CF) verursacht wurde, wird als "nicht-CF-assoziierte Bronchioektase" bezeichnet und ist eine der meist vernachlässigten Lungenerkrankungen. Gegenwärtig existiert keine allgemein anerkannte Klassifizierung der Erkrankung und nur wenige spezialisierte Dienstleistungen bzw. Informationen über die langfristige Auswirkung der Erkrankung sind verfügbar
    • Beträchtlicher Forschungsaufwand ist erforderlich, um das Verständnis der Erkrankung zu erhöhen sowie Patienten, die an ihr leiden, besser betreuen zu können