Sprachauswahl öffnenOpen language selection Deutsch Menü Suche
Spenden

Lungenkrebs

Lungenkrebs

Unter Lungenkrebs versteht man Krebs der Trachea (Luftröhre), des Bronchus (Atemweg) oder der Lungenbläschen (Alveoli). 

Lungenkrebs war zu Anfang des 20. Jahrhunderts eine seltene Erkrankung, aber die zunehmende Belastung durch Tabakrauch und andere Auslöser der Erkrankung haben zu einer Pandemie im 20. und 21. Jahrhundert geführt. 

Lungenkrebs ist heute die Krebsart mit der weltweit höchsten Sterberate bei Männern und Frauen. Die Überlebensrate hängt vom Zelltypus des Krebses und dem Zeitpunkt ab, zu dem die Krankheit diagnostiziert wurde. Studien zeigen, dass durchschnittlich nur 12,6% aller Lungenkrebspatienten 5 Jahre nach der Diagnose noch am Leben sind. 

Lungenkrebs PDF Laden Sie unsere Infographik herunter, diese gibt Ihnen wichtige Informationen über Lungenkrebs

ERS Dieses Material ist die Zusammenfassung des europäischen Lungenweißbuchs, das online einsehbar ist

  • Symptome

    Die häufigsten Symptome und Anzeichen von Lungenkrebs sind:

    • Husten
    • Gewichtsverlust
    • Atemnot
    • Schmerzen in der Brust
    • Knochenschmerzen
    • Bluthusten
    • Heiserkeit
    • Schwellungen in den Fingern und Zehen
  • Ursachen

    Tabakrauch ist für mehr als 80% allerr Lungenkrebserkrankungen verantwortlich. Andere Ursachen sind:

    • Belastung durch Radon
    • Beryllium
    • Chromium
    • Dieselabgase
    • Luftverschmutzung
    • Asbestos
    • Arsen
    • Kohlenrauch
    • Innenraumemissionen von anderen Brennstoffen

    Personen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), Lungenfibrose, Kopf-, Nacken-, Speiseröhren- oder Brustkrebs sind ebenfalls einem erhöhten Lungenkrebsrisiko ausgesetzt. 

    Manche Personen sind aus genetischen Gründen anfälliger für Lungenkrebs und sind bei familiär gehäuftem Vorliegen einem erhöhten Risiko von Lungenkrebs ausgesetzt.  

  • Vorbeugung

    Mit dem Rauchen aufzuhören ist die wirksamste Methode, um Lungenkrebs vorzubeugen. Maßnahmen zur Tabakeindämmung in der westlichen Welt waren relativ erfolgreich. Allerdings sind in einigen Ländern vermehrt Maßnahmen erforderlich, um die Bevölkerung über die schädlichen Auswirkungen des Rauchens zu informieren. Einheitliche Regelungen über ein Rauchverbot an öffentlichen Plätzen sind ebenfalls erforderlich, um die Auswirkungen des Passivrauchens einzudämmen. 

    Eine Belastung durch Asbest in Kombination mit Zigarettenkonsum erhöht das Lungenkrebsrisiko um das 40-fache. Ein globales Asbestverbot ist dringend erforderlich, um dieses Risiko zu vermeiden. 

  • Diagnose und Behandlung

    Lungenkrebs wird mittels Computertomographie diagnostiziert.  Im Jahr 2011 zeigte das National Lung Screening Trial (NLST) in den USA, dass eine Untersuchung mittels niedrig dosierter Computertomographie die Sterberate bei Lungenkrebs um 20% senken konnte. 

    In 90% aller Fälle ist eine Behandlung des Lungenkrebs aufgrund später Diagnose nicht mehr möglich. Experten wissen mittlerweile, dass es unterschiedliche Formen von Lungenkrebs gibt. Dies bedeutet, dass die Behandlung auf den einzelnen Patienten und seine Erkrankungsform zugeschnitten werden muss. 

    Die wichtigsten Therapieformen sind operative Methoden, Chemo- und Strahlentherapie. 

    Operative Methoden

    Neue Techniken, die für den Patienten weniger invasiv sind, wurden für die Krebsentfernung entwickelt. Dazu gehören Schlüssellochchirurgie, auch als video-assistierte Thorakokoskopie bezeichnet (VATS). Die Operation erfolgt durch einen kleinen Einschnitt in der Haut, ein wesentlich weniger drastischer Eingriff als traditionelle Operationen zur Tumorentfernung. Da die Operation weniger schwerwiegend ist, erholen sich die Patienten schneller und es ist möglich, eine größere Anzahl von Patienten zu operieren. 

    Chemotherapie

    Da Patienten mit unterschiedlichen Arten von Lungenkrebs auch anders auf operative Eingriffe reagieren, ist es möglich, Chemotherapie auf die Art des Tumors abzustimmen. Experten wissen heute mehr über die Biologie von Lungenkrebs und waren daher auch in der Lage, Medikamente zu entwickeln, die spezifische Teile des Krebses angreifen. So haben sich beispielsweise Tyrosinkinase-Inhibitoren wie Erlotinib oder Gefitinib bei Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs als besonders wirksam herausgestellt. 

    Strahlentherapie

    Moderne Strahlentherapieanwendungen wurden entwickelt, um die in den umliegenden Bereichen des Tumors verursachten Schäden so gering wie möglich zu halten. Diese Techniken ermöglichen es auch Personen mit eingeschränkter Lungenfunktion, denen ursprünglich von einer Strahlentherapie abgeraten wurde, eine Strahlentherapie zu erhalten. 

  • Belastung

    • Lungenkrebs ist die Krebsart mit der höchsten Sterberate in Europa und ist für etwa 20% aller durch Krebs verursachten Todesfälle verantwortlich
    • Im Jahr 2008 wurde die Zahl von neuen Lungenkrebserkrankungen weltweit auf 1,56 Millionen geschätzt, was einem Anteil von 12,7% aller neuen Krebserkrankungen entspricht
    • Mehr als ein Viertel aller Lungenkrebserkrankungen treten bei Personen unter 60 Jahren auf
    • Lungenkrebs ist für den Verlust von 1,4 Millionen behinderungsbereinigten Lebensjahren (DALY-Wert) verantwortlich. Dies entspricht der Summe aller potentiell verlorenen Lebensjahre aufgrund von frühzeitigem Ableben sowie der erwerbstätigen Jahre, die aufgrund von Behinderung verloren gehen
    • Lungenkrebs ist heute die Krebsart mit der weltweit höchsten Sterberate (1,38 Millionen im Jahr 2008)
    • Männer sind weltweit häufiger betroffen: Im Jahr 2008 wurden 1,1 Millionen Erkrankungen bei Männern festgestellt, verglichen mit 0,5 Millionen bei Frauen
    • In Europa liegt die Gesamtüberlebensrate 5 Jahre nach der Diagnose bei 11,2% bei Männern und 13,9% bei Frauen

    Sterberate für Lungenkrebs. Daten der World Health Organization World and Europe Detailed Mortality Databases, aktualisiert im November 2011

  • Gegenwärtige und zukünftige Erfordernisse

    • Zusätzlich zur Eindämmung des Tabakkonsums besteht der größte Handlungsbedarf bei der Verlängerung des Überlebenszeitraums und der Verbesserung der Lebensqualität bei Personen mit Lungenkrebs
    • Da Rauchen die Hauptursache für Lungenkrebs darstellt, ist die Eindämmung des Tabakkonsums, d.h. Prävention des Rauchens sowie Rauchentwöhnung, die wirksamste Methode, um die Inzidenzrate von Lungekrebs zu senken
    • Rauchverbote an öffentlichen Plätzen sind ebenfalls erforderlich, um die Auswirkungen des Passivrauchens einzudämmen
    • Ein globales Asbestverbot ist dringend erforderlich, um dieses Risiko zu vermeiden
    • Neue Techniken, die Ärzten dabei helfen, das genaue Stadium des Lungenkrebses festzustellen, sind erforderlich, um die Anzahl der Krankenhausaufnahmen zu senken und Therapieentscheidungen rascher treffen zu können
    • Zusätzliche Forschungsaktivitäten sind notwendig, um Strahlentherapieanwendungen weiter zu entwickeln und Marker für Lungenkrebs zu identifizieren, um eine frühe Diagnose zu ermöglichen
    • Untersuchungsprogramme für Risikogruppen könnten zu einer frühen Diagnose von Lungenkrebs in einem Stadium führen, in dem Heilung noch möglich ist
    • Eine gut organisierte, verlässliche Datenbank für Lungenkrebserkrankungen ist notwendig, um Trends identifizieren, Untersuchungen auf Ebene der öffentlichen Gesundheit anstellen und so unterschiedliche Überlebensraten in verschiedenen Ländern beleuchten zu können
    • Weitere Forschungsaktivitäten sind auch erforderlich, um mehr über das Auftreten von Lungenkrebs bei Nichtrauchern zu erfahren