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Akutes Atemnotsyndrom (ARDS)

Akutes Atemnotsyndrom (ARDS)

Damit wird das Akute Atemnotsyndrom bezeichnet, eine lebensgefährliche Erkrankung, bei der die Lungen nicht richtig arbeiten können. ARDS wird durch Schäden in der Kapillarwand hervorgerufen, die entweder auf eine Erkrankung oder physische Verletzung zurückzuführen sind. Durch diese Schädigung wird die Kapillarwand undicht, was zu einem Flüssigkeitsstau und letzlich zum Kollaps der Lungenbläschen führt. Dadurch ist die Lunge nicht länger in der Lage, Sauerstoff und Kohlendioxid auszutauschen.   

Akutes Atemversagen ist ein Begriff, der oft gemeinsam mit ARDS verwendet wird. Allerdings ist dieser Terminus breiter gegriffen und bezeichnet das Versagen der Lunge aus welchen Gründen auch immer, zum Beispiel durch chronisch obstruktive Lungenerkrankung.  

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ERS Dieses Material ist die Zusammenfassung des europäischen Lungenweißbuchs, das online einsehbar ist

  • Symptome

    ARDS tritt normalerweise nicht im Alleingang auf, sondern ist die Folge einer anderen Erkrankung bzw. eines schwerwiegenden Unfalls oder einer Verletzung.  Aus diesem Grund befinden sich Personen, die an ARDS leiden, üblicherweise bereits im Krankenhaus. Zu den Anzeichen von ARDS gehören Atemnot sowie bläulich verfärbte Finger oder Lippen.

  • Ursachen

    ARDS kann durch zweierlei Ereignisse verursacht werden: eine direkte Lungenverletzung oder eine indirekte Verletzung anderer Körperteile. 

    Direkte Ursachen

    • Lungenentzündung (Pneumonie)
    • Mageninhalt gelangt in die Lunge (auch als "Aspiration von Mageninhalten" bezeichnet)
    • Beinahe-Ertrinken
    • Schweres Lungentrauma
    • Inhalation von Rauch und Giftgas
    • Fettembolie  - wenn Fett aus dem Körper in das Atemwegsystem gelangt und dort Probleme verursacht
       

    Indirekte Ursachen

    • Großflächige Schwellungen im Körper, die durch eine Überreaktion des Immunsystems verursacht wurden (wird auch als "Schwere Sepsis" bezeichnet)
    • Schock
    • Mehrere Bluttransfusionen
    • Bauchspeicheldrüsenentzündung (auch als "Pankreatitis" bezeichnet)
    • Blutgerinnung
    • Drogenüberdosis

     

  • Diagnose und Behandlung

    Ärzte diagnostizieren ARDS anhand einer Reihe von Kriterien, z. B. Auftreten des Syndroms binnen einer Woche nach einer bekannten Verletzung, Verschlimmerung von Lungensymptomen, Feststellung von Flüssigkeit in der Lunge auf einem Röntgenbild oder Eintreten von Lungenversagen ohne bekannten Grund (z. B. Herzversagen). 

    Die Erkrankung wird auf verschiedene Arten behandelt: 

    • Mechanische Beatmung, bei der der Patient nach Versagen der Lunge künstlich beatmet wird
    • Flüssigkeitsmanagement, bei dem je nach Bedarf des Patienten die Flüssigkeitszufuhr eingeschränkt oder erhöht wird
    • Strategien, bei denen der Zugang zur verletzten Lunge über die Atemwege erfolgt, könnten ebenfalls erfolgversprechend sein. Allerdings sind diese Behandlungen noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt
    • Techniken und Geräte, bei denen dem Patienten Blut entnommen und entweder Sauerstoff hinzugefügt oder Kohlendioxid entfernt wird, um die Herz- und Lungenfunktion zu unterstützen (wird auch als extrakorporale Membranoxygenation (ECMO) bezeichnet)
    • Zusätzliche unterstützende Maßnahmen wie Bauchlage und therapeutische Ernährung können ebenfalls helfen

    Bislang sind keine effektiven pharmakologischen Behandlungen für ARDS verfügbar. 

    ARDS kann multiples Organversagen verursachen und letztendlich zum Tod führen. Am größten ist das Sterberisiko bei ARDS für ältere Personen sowie für Personen, die auch an anderen Erkrankungen leiden. 

  • Belastung

    • ARDS tritt bei 10–58 Personen per 100.000 auf, je nach geographischer Lage und Berichtsstruktur
    • Bei 7,1% aller Personen in Intensivbetreuung tritt ARDS auf. Dieser Wert steigt auf 12,5% an, wenn Patienten länger als 24 Stunden auf der Intensivstation bleiben
    • Die Sterberate für Personen mit ARDS liegt zwischen 27% und 45%
    • Junge Patienten, bei denen ARDS als Folge eines Traumas auftritt, haben die besten Chancen auf vollständige Genesung im Laufe der nächsten 6-12 Monate

     

  • Gegenwärtige und zukünftige Erfordernisse

    • Forschungsaktivitäten sind notwendig, um pharmakologische Therapien zur Behandlung von ARDS zu entwickeln
    • Strategien sind erforderlich, um die verletzten Lungenbereiche reparieren und regenerieren zu können
    • Bei den Beatmungstechniken in der Behandlung von ARDS besteht ebenfalls Verbesserungsbedarf
    • Zusätzliche Forschungsaktivitäten zur Bereitstellung neuer Techniken und diagnostischer Instrumente sind erforderlich
    • Auf der Intensivstation müssen die Zusammenarbeit sowie die gemeinsamen Standards von Pflegepersonal, Physiotherapeuten und Ärzten verbessert werden